km 23.684

Ja, die sitzen mir in den Knochen. Jeder einzelne Kilometer, jede einzelne Zeitzone, jede Klimaregion, jede Dimension. Und hier in Berlin liegt Schnee.
Grob gesprochen haben wir Stationen auf drei verschiedenen Kontinenten gemacht. Wir haben jeweils die gleichen Transportmittel genommen wie die Zutaten, waren also mit Flugzeug, Frachtschiff und Auto unterwegs. Mindestens eine Richtung jedes Transportweges einer Zutat war auf jeden Fall in unserer Rundreise enthalten. Klingt nüchtern.
Real ist das nicht. Die letzten 26 Tage haben sich um einen Planeten erweitert und auf ein Leben ausgedehnt. Kilometer lassen sich auf sehr unterschiedliche Weise hinter sich bringen. So banal lässt sich das zusammenfassen. Orte bleiben unerreicht, nur Fixpunkte für An- und Abreisen. Das Innenleben von Mietwagen ist ein seltsamer Vergleichspunkt, um Länder kennenzulernen. Und dennoch sehr präzise. Seehäfen befeuchten flughafengeplagte Schleimhäute.
Gelebte Klischees, die Sonne geht auf und sie geht auch unter. Jeden Meerestag. Man erbricht nur weniger nach einer bestimmten Anzahl von Sonnenaufgängen. Es bleibt bizarr, Schuhsohlensand von einem Kontinent über die Meere zum anderen, und dann noch eine Messerspitze mitten auf einer Kontinentalplattenspalte aus dem Schuh zu schütteln. Klar, die Haut spielt verrückt. Wasser hat viele Geschmäcker, von wegen kalt und klar. Man bekommt Lust, den Rest des Lebens als Naturschützer zu verbringen. Oder ethnografische Romane zu schreiben. Auf jeden Fall macht sowas tierisch romantisch. Und unabgeklärt. Und größtenteils sprachlos, bis auf ein paar Brocken.
Jede einzelne Impression, wer in meinen Kopf einbricht, wird reich sein.
Aber nur in Berlin liegt Schnee.

